Metropolis Kino in Hamburg

Drama mit Happy End: 7 besondere Programm-Kinos in Hamburg

An Alster und Elbe hat sich eine besondere Kino-Kultur etabliert: Das THE GEORGE empfiehlt seine Lieblingskinos

Wie oft schon wurde das Kino für tot erklärt! Erst hatte man die Videotheken verantwortlich gemacht für das Ende des Gemeinschaftserlebnisses im großen Saal. Dann sah man im Satelliten-Fernsehen mit seiner Vielfalt und den Pay-TV-Angeboten das Ende gekommen. Heute sind angeblich Internet- und Streaming-Dienste der Grund dafür, dass das Kino bald von der Bildfläche verschwindet. Doch wie so oft ist auch in diesem Fall die Wahrheit viel komplexer.  

In Hamburg jedenfalls hat sich eine sehr vitale Kino-Kultur etabliert. Während man in den Medien vom Niedergang der Lichtspielhäuser liest, gibt es an Alster und Elbe einen Gegentrend: Seit 2013 hat sich die Zahl der Kinos sogar um zwei erhöht auf inzwischen 28. Der Durchschnittspreis für die Eintrittskarte ist mit knapp 9 Euro so hoch wie in keiner anderen deutschen Stadt. Dafür gibt es hier neben den Super-Duper-3D-4K-7.1-Sälen einige bemerkenswerte Programm- und Boutique-Kinos. Anbei die Favoriten des THE GEORGE:BLOG-Teams.

 

Eine Instanz: das Abaton

Das Abaton liegt im Stadtteil Rothenbaum, in unmittelbarer Nähe zur Uni. 1970 eröffnet, gilt es als eines der ersten Programm-Kinos in Deutschland und kann auf eine bewegte Geschichte verweisen (einst gehörte ein Plattenladen zum Kino, der aber wegen einer zu hohen Diebstahlquote geschlossen werden musste). Filme jenseits des Popkorn-Mainstreams werden hier gezeigt, oft auch in Orignalfassung und/oder gar in Anwesenheit des Regisseurs.

Abaton, Allende-Platz

 

Ein Wolf im Schafspelz: das Holi

Auf so einen Namen muss man erstmal kommen: Hochhauslichtspiele… So heißt das Kino, weil es in der Nähe der markanten Grindel-Hochhäuser liegt. Das Holi ist das einzig traditionelle Kino im Cinemaxx-Konzern. Das 1951 eröffnete und gut erhaltene Haus zeigt aktuelle Blockbuster mit moderner Vorführtechnik. Was man gar nicht erwartet, wenn man vor dem historischen, mit Pailetten besetzten Vorhang in Saal 1 sitzt…

Holi, Schlankreye

 

Eine Innovation: Schanzenkino 73

Gegenüber der Roten Flora steht ein Haus, das eigentlich gar kein Kino ist – und trotzdem auf besondere Weise Filme zeigt: Die Gäste des Schanzenkinos liegen auf bequemen Lounge-Chairs oder Sitzsäcken. Ihnen wird die Tonspur über Kopfhörer zugespielt, und dabei können sie entscheiden, ob sie die synchronisierte oder die Originalfassung sehen wollen. Ein junges Kino-Konzept für vor allem junge Gäste.

Schanzenkino 73 im Kulturhaus 73, Schulterblatt

 

Eine Traum-Fabrik: Zeise-Kino

Dieser Ort ist wirklich sehr Hamburg: In den Werkshallen der Zeise-Fabrik wurden seit den 1890er-Jahren Schiffschrauben hergestellt. In der Schiffsbau-Krise ging Zeise pleite, und in den 1980er-Jahren verfielen die Hallen. Bis man sie zum Film- und Medienzentrum umwandelte. Es gibt eine schöne Passage zwischen Backsteinmauern und historischen Maschinen mit Galerien und Läden, Restaurants und den drei charmanten Sälen des Zeise-Kinos.

Zeise-Kino, Friedensallee

 

Ein bunter Vogel: B-Movie

Dieses Kino ist ein Verein. Vor ziemlich genau 30 Jahren wurde es gegründet und wird seither von einer Gruppe ehrenamtlicher Cineasten betrieben. Mit den namensgebenden Trash-Filmen hat das B-Movie-Programm aber nichts zu tun, es ist bunt und vor allem sehr lokal. So wird hier etwa immer wieder eine Dokumentation über Hamburgs berühmteste Hure „Domenica“ gezeigt oder die Reportage „Der Pfarrer von St. Pauli“. Eintritt ab 3,50 Euro, die Jahreskarte kostet 45 Euro.

B-Movie, Brigittenstraße

 

Ein großer Name: Metropolis

Ein schöner Saal mit großer Leinwand, roten Polstersesseln und zwei Ebenen. Ein ambitioniertes Programm, das Filme in Themen präsentiert, etwa in einer Reihe zum Brexit „Very British“, in einer umfangreichen James Stewart-Retrospektive oder über Gruselklassiker mit zehn ausgesuchten Monster-Filmen. Das Metropolis ist ein Gesamtkunstwerk.

Metropolis, Kleine Theaterstraße

 

Einfach unkaputtbar: Kino 3001

Immer wieder steht das Programmkino in den Schanzenhöfen vor dem Aus. Mal heißt es, der Mietvertrag werde nicht verlängert, mal droht dem Betreiber eine Räumungsklage oder gar eine Anzeige wegen Beleidigung. Doch das Kino 3001 ist wie das Kino selbst – es überlebt. Irgendwie. Das Programm ist vielfältig – alternativ, ambitioniert, aber auch mainstreamig.

Kino 3001, Schanzenhöfe

7 Programmkinos in Hamburg

 

Fotos: 3001 Kino, B-Movie Kino, Poupou l´quourouce/Wikimedia, Ajepbah/Wikimedia, Schanzenkino 73, High Contrast/Wikipedia

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